Drei Fragen zum Thema „Paartherapie für IT und HR“ ...

18.06.2018 -

... beantwortet Ines Busch im folgenden Artikel im Haufe personalmagazin.

Frage eins: Sie bieten eine Paartherapie für IT und HR an. Steht es um diese Beziehung so schlecht?
Ines Busch: Es knirscht oft schon ganz schön – und es könnte schlimmer werden. HR und IT hatten bisher nicht viel miteinander
zu tun, jetzt aber sind sie in der gemeinsamen Umsetzung von komplexen Digitalisierungsprojekten gefordert.

Frage zwei: Und statt gemeinsamer Arbeit gibt‘s jetzt Streit?
Busch: Schon von den Arbeitsbereichen her, aber auch von der Art zu denken, sind HR und IT konträr. Personaler haben diesen
Beruf meist gewählt, um mit Menschen zu arbeiten, die Leidenschaft der IT liegt in der strukturierten Umsetzung von
Projekten, der Schönheit des Codes. Sollen HR-Prozesse digitalisiert werden, drängt sich meist die ungeklärte Prozessverantwortung
auf: Wer gibt das Sytem vor? Ist HR in der Lage, die eigenen Prozesse so zu beschreiben, wie die IT das braucht?
Falls nicht, ist die IT schnell genervt. Das ist neu für HR. Dazu kommt die jeweilige Fachsprache. Das allergrößte Problem
aber ist, dass sich die Beteiligten nicht genug Zeit füreinander nehmen. Operative Hektik verschärft aber das Problem.

Frage drei: Was lernen die Teilnehmer bei der Paartherapie?
Busch: Das kommt auf den Grad der Beziehungsstörung an. Erstmal lernen sie, zu analysieren und zu verstehen, warumes diese Irritationen gibt. Einige davon sind auch systemisch,
also unveränderbar. Wichtig ist die Einsicht für HR, dass es methodisch und in der Projektkompetenz zum Umgang auf Augenhöhe kommen muss. Das macht es der IT leichter. Die andererseits
lernt, mehr Verständnis für die Vorgehensweise von HR zu entwickeln. Dabei helfen „Übersetzer“, die Erfahrung in beiden Bereichen haben. Beide Seiten lernen, gemeinsamauf den Endkunden zu schauen, also die internen Kunden und Mitarbeiter, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen.