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Buchtip: Prozesskompetenz in der Projektarbeit (1) Daniela Mayrshofer, Betriebswirtin und Soziologin und vielen GPM-Mitgliedern von erfolgreichen Workshops auf den jährlichen Foren der Gesellschaft bekannt, hat mit Hubertus A. Kröger ein bemerkenswertes Buch über Projektmanagement geschrieben, um eine Wertung vorwegzunehmen. Sie gehen von der heute nicht mehr bestrittenen und empirisch vielfach bestätigten Tatsache aus, daß Projekte fast nie an fehlender fachlicher Kompetenz scheitern, sondern zumeist daran, daß das Projektumfeld und die "soft factors" zu wenig beachtet werden. Trotz der starken Orientierung an diesen Faktoren wird der sozusagen "technokratische" Teil des Projektmanagements nicht vernachlässigt. Die beiden Autoren vergessen nie, daß es nicht genügt, ein gutes Klima im Projektteam zu schaffen, sondern daß in der rauhen Wirklichkeit z. B. auch der Projektauftrag geklärt werden muß und daß es letztendlich um die Zufriedenheit des Kunden geht. Mayrshofer und Kröger gehen in ihrem Band, den man auch "Das ganz andere Projektmanagement-Buch" nennen könnte, auf viele Themen ein, die man in dieser Ausführlichkeit in der Lehrbuchliteratur nur selten nachlesen kann, so z. B.
- die Kundenorientierung im Projekt, ein bisher eher stiefmütterlich behandelter Punkt,
- das Lernen in und aus Projekten,
das Entscheiden in Projekten,
- interkulturelles Projektmanagement,
Kommunikationsmanagement und die Prozessbegleitung und Prozessberatung durch einen Coach, ein Steckenpferd von Frau Mayrshofer.
Dank des gewählten methodischen Ansatzes gelingt es mühelos, wie schon anfangs angedeutet, technokratische Aspekte mit Fragen wie Teambildung, Behandlung von Konflikten usw. nahtlos zu verbinden. (Ein gewisser Nachteil mancher Projektmanagement-Lehrbücher, die vorwiegend von der Organisationspsychologie geprägt sind, ist es ja, daß sie die Planungstechniken nahezu ausklammern und den Eindruck vermitteln, als gäbe es sozusagen zwei verschiedene Lehren vom Projektmanagement.) Welches Kapitel man auch aufschlägt, man erfährt immer wieder, daß die Verfasser den verschiedenen Themen neue Aspekte abgewinnen können. Besonders auffällig war dies für den Rezensenten beim Kapitel "Konfliktmanagement". Der Leser wird dabei niemals alleine gelassen, sondern bekommt immer wieder Ratschläge für den Projektalltag. Insbesondere durch die konsequente Verwendung von Piktogrammen und einem sogenannten "Kontextmodell" fällt es leicht, sich in dein anspruchsvollen Buch zurechtzufinden und Zusammenhänge zu erkennen. Fazit: Eine außerordentlich erfreuliche Neuerscheinung auf dem Markt, die auch zeigt, daß die Entwicklung der Disziplin "Projektmanagement " noch keineswegs abgeschlossen ist. (Heinz Schelle) Quelle: Projektmanagement, 10 Jg., 03/1999, S. 49f.
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